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Niederlassung Arzt - Was muss bei einer Niederlassung als Arzt beachtet werden?

Sie entscheiden sich als Arzt für Ihre eigene Niederlassung? Diese Entscheidung muss jedoch sehr gut durchdacht sein. In diesem Beitrag können Sie wichtige Infos zu den Richtlinien, Regeln und Anträgen lesen, die für eine Niederlassung als Arzt relevant sind.

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Der erste Schritt zur Arzt Niederlassung - Der Antrag der Kassenärztliche Vereinigung

Der erste Schritt zur Niederlassung als Arzt ist es, einen Eintrag ins Arztregister bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu beantragen. Rahmenbedingungen für diesen Eintrag sind eine abgeschlossene Facharztausbildung und die ärztliche Approbation.

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Welchen Versorgungsauftrag wähle ich als Arzt für die Niederlassung?

Zulassung des Versorgungsauftrag

Die Zulassung kann, zum einen mit halben oder zum anderen, mit vollem Versorgungsauftrag beantragt werden. Bei einem halben Versorgungsauftrag oder auch Teilzulassung genannt, muss der Arzt mindestens 10 Stunden in der Woche in einer Sprechstunde zur Verfügung stehen. Bei dem vollen Versorgungsauftrag wird diese Stundenzahl auf mindestens 20 Wochenstunden erhöht. Wird ein bereits niedergelassener Kollege mit einer Vollzulassung auf eine Teilzulassung reduziert, kann der Arzt auf diesem Wege auch eine Teilzulassung erlangen.

Hier muss jedoch aufgepasst werden:

Gibt es in dem Bezirk des betroffenen Arztes eine Zulassungsbeschränkung, ist es nicht möglich, eine Reduzierung auf Teilzulassung wieder rückgängig zu machen. Eine Teilzulassung kann auch von großem Vorteil sein, wenn der Arzt gleichzeitig in einem Krankenhaus und einer Praxis tätig sein möchte, somit kann er das Beste aus zwei Welten vereinen. Natürlich müssen die Arbeitsgesetze eingehalten werden. Abgesehen davon sind die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung inzwischen offener geworden.

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Welche Niederlassungsformen gibt es?

Auch die richtige Niederlassungsform spielt in diesem Prozess eine große Rolle. Es gibt sehr viele Möglichkeiten sich als Arzt den Weg in die eigene Niederlassung zu bahnen. Die jüngeren Ärzte nutzen neben der vollen Zulassung und den typischen Praxisformen (Berufsausübungsgemeinschaft und Einzelpraxis) auch die Option zur Flexibilisierung der ärztlichen Tätigkeit. Neben der Teilzulassung gibt es weitere Niederlassungsformen wie ÜBAG, Teil-BAG, Entlastungsassistent, Nebentätigkeit und Job-Sharing.

Wichtige Aspekte für eine Arzt Niederlassung

Die Dauer der ärztlichen Tätigkeit. Will sich ein Arzt heute um einen Vertragsarztsitz bewerben, muss er als Bewerbungskriterium die gesamte Zeit seine Laufbahn der ärztlichen Tätigkeit angeben. Um jedoch alle Bewerber gleich zu behandeln, wird für die Ärzte, die ihre Arbeit aufgrund von Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen unterbrechen mussten, die gesamte Dauer ihrer Tätigkeit fiktiv um die „versäumte“ Zeit angepasst und somit verlängert. Damit möchte man besonders Frauen den Weg in die eigene Niederlassung leichter öffnen.

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Wie finde ich den richtigen Standort für die Niederlassung als Arzt?

Möchte nun der Antrag gestellt werden, muss eine Praxisadresse angegeben werden. Bei Übernahme einer schon bestehenden Praxis, wird deren Adresse angegeben. Gründet der Arzt jedoch eine komplett neue Praxis, muss er sich an die Bedarfsplanung halten: Um die Überversorgung in den Ballungsgebieten zu verhindern, wurde eine Obergrenze von Ärzten mit verschiedenen Fachrichtungen pro Einwohnerzahl gesetzt.

Bei den Praxisberatern der Kassenärztlichen Vereinigung können sich die Ärzte Informationen über die Zulassungsbeschränkungen einholen. Möglicherweise muss die Praxis in einen anderen Bereich versetzt werden. In diesem Punkt gibt es aber auch eine fortschrittliche und positive Nachricht: Vor geraumer Zeit wurde die Residenzpflicht aufgehoben, dies bedeutet, dass der Standort der Praxis nicht mehr an den Wohnort des Arztes gebunden ist. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel: Auch gibt es Sonderbedarfszulassungen, befristete Zulassungen oder Belegarztzulassungen. Liegt eine Zulassungsbeschränkung vor, müssen diese Punkte mit der KV besprochen werden.

Auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sind alle Kontaktadressen Kassenärztlicher Vereinigungen Deutschlands zu finden.

Wir wünschen nun allen Ärzten viel Erfolg auf dem Weg in die eigene Niederlassung!

Häufig gestellte Fragen zu Niederlassung als Arzt

Welche Vorteile bringt mir die Niederlassung als Arzt?

Die Niederlassung als Arzt hat sehr viele Vorteile. Zum einen führt die eigene Niederlassung zu einem engeren Arzt-Patienten-Verhältnis. Auch kann der Arzt somit sein eigenes Leistungsangebot bestimmen und muss sich nicht nach einem anderen Arzt richten. Ebenfalls können Sie sich Ihre Arbeitszeit selber einteilen, müssen keine Mehrfach-Schichten oder Nachtschichten belegen und sind nicht verpflichtet Wochenend- oder Nachtdienste anzubieten. Natürlich haben Sie auch die vollständige Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit was Ihre Niederlassung betrifft.

Kann ich als niedergelassener Arzt eine Nebentätigkeit ausüben?

Als Arzt mit vollem Versorgungsduaftrag ist es Ihnen möglich, 13 Stunden wöchentlich in einem Nebenberuf als Angestellter tätig zu sein. Habe Sie nur einen halben Versorgungsauftrag, kann die Stundenanzahl pro Woche auf 26 steigen.

Mit wie viel Zeit muss ich insgesamt für mein Niederlassungsvorhaben als Arzt rechnen?

Von der Erstberatung bis zur Tätigkeit in Ihrer eigenen Praxis, sollten Sie eine Zeit von rund ein bis zwei Jahren einrechnen. Hierbei kommt es natürlich auch darauf an, welche speziellen Gegebenheiten vorliegen. Sechs Monate hiervon nehmen nur die Formalien in Anspruch, in der anderen Zeit müssen Sie sich beispielsweise um die Finanzen, die vertragliche Einigung und die Ausstattung der Praxis kümmern.

Wie ist die Lage als Ärztin in der Niederlassung, wenn Nachwuchs kommt?

Nach der Geburt Ihres Kindes können Sie als niedergelassene Ärztin volle 36 Monate in Elternzeit gehen. Diese Zeit muss nicht auf einmal genommen werden, Sie können sie auch staffeln und das unabhängig vom Alter des Kindes. Der Anspruch erlischt erst mit dem vollendeten 18. Lebensjahr Ihres Kindes. Direkt nach der Geburt Ihres Babys können Sie in Ihrer Praxis ein Jahr lang vertreten werden.